Breakdown in America

Es ist traurig, wenn man die Nachrichten verfolgt in der Erwartung, über die neuesten Entgleisungen des Amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu erfahren. Dennoch, sein Unterhaltungswert ist enorm.

Ich weiß nicht wieso, aber heute erinnerte ich mich plötzlich das Plattencover von Supertramp, Breakfast in America. Und dann war es da, das Bild, vom durchgedrehten Präsidenten, der komplett die Bodenhaftung verloren hat und jeglichen Bezug zur Realität mit dazu.

Das Problem von Donald Trump, so scheint es, ist, dass er überhaupt keine Ahnung hat, welche Aufgaben er als Amerikanischer Präsident überhaupt hat. Womöglich hat ihn das auch nie interessiert, denn schliesslich ging es ihm darum, das Amt zu gewinnen, nicht, es zu bekleiden.

Scheinbar interessiert ihn auch nicht, was seine Berater ihm an Informationen zukommen lassen. Vielleicht versteht er diese Fakten auch nicht, was daran deutlich wird, wie uninformiert er in der Tat ist. Was immer er an haarsträubenden Behauptungen zum Besten gibt, er kann sich auf seine Vertrauten berufen, die mit immer neuen „alternativen Fakten“ das verschrobene Weltbild ihres Chefs gerade rücken müssen. Noch.

Alles kein Problem für Donald Trump, wären da nicht diese freie Presse und eine informierte Öffentlichkeit, die sich einfach nicht vom Hinausblöken offensichtlicher Lügen überzeugen lassen. Menschen, deren Aufgabe es eben nicht ist, Trump den Bauch zu pinseln, wie er es als Unternehmenslenker gewohnt war.

Es ist (und bleibt) interessant zu beobachten, wie ein Egomane, der sich mit Günstlingen zu umgibt und Widerrede nicht duldet, nun damit fertig wird, sich der Realität stellen zu müssen. Wenn dieser Mann nur nicht das mächtigste Amt der Weld bekleiden würde, dann könnte man dies mit Humor tun. So bleibt die Frage, wie ein solcher Mensch den Weg ins Weiße Haus schaffen konnte und die Angst vor diesem neuen Amerika, das man nicht mehr versteht. Ein Amerika, dem eine tiefe Angst innewohnt, vor allem, was anders ist.

Was ist aus diesem stolzen Land geworden, das einst alles Andersartige vereinnahmt hat, dessen Traum eine derartige Strahlkraft hatte, das diese Nation sämtliche Gegensätze in sich vereinen konnte?

Angst sollten wir auch vor dem Gewöhnungseffekt haben, mit dem die scharfe und gehässige Rhetorik, die harte, unnachgiebige Gangart und das Aufweichen gesellschaftlicher Normen hoffähig werden. Wenn der Amerikanische Präsident Folter in Ordnung findet, ist das dann okay? Nein, natürlich nicht, eben so wenig wie die Ausgrenzung von Muslimen oder anderen Gruppen, Sexismus, Rassismus und das immer währende Verbreiten von Lügen, Lügen, Lügen.

Dieses Land rutsch ab. Mit jedem unbedachten Wort, das dem ersten Bürger der Vereinigten Staaten herausrutscht, mit jedem Fettnäpfchen, in das er tritt und damit das Ausland verprellt, rückt die Welt weiter von Amerika ab. Es ist diesem Land zu wünschen, dass dieser, mit seiner Aufgabe heillos überforderte Präsident, an seiner großen Verantwortung zerbricht und den Weg frei macht, für einen Nachfolger, für den Demokratie und Freiheit keine Floskeln sind. Der in der Lage ist, den Medien, seinem Volk Rechenschaft ablegen zu können, ohne mit Zensur zu drohen oder weitere unhaltbare, da widerlegbare, Lügen zu verbreiten.

In so fern, schien es mir passend – Supertramp möge mir verzeihen – dieses „Fake-Plattencover“ zu entwerfen. Es will den Zusammenbruch Amerikas weder herbeisehnen – dafür sorgt Supertrump schon selbst.

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